Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren

Italienisches Fahrrad mit Gestängebremse, dürfte ein Ganna sein (lt. Expertenmeinung aus Brebbia (VA).

Alte italienische Fahrräder sind natürlich keine Waffenräder, sind aber auch durchaus interessant, da sie andere technische Lösungen (z.B. für die Bremse) aufweisen.

Hier ein Beispiel mit ein paar Details.

Auffallend ist als erstes auch bei diesem Fahrrad der Rahmen mit nach vorne hin abfallendem Oberrohr. Für sein Alter ein sehr leichtes und gut fahrbares Rad.
Typisch italienisches Rad aus den 30er Jahren - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Typisch ist auch die im Gegensatz zu Waffenrädern eingebaute Bremse: diese Art von Gestängebremse kennt man zB. von englischen oder indischen Fahrrädern. Bemerkenswert ist hier das im geraden Lenker innen eingebaute Gestänge. Daher gibt es auch keine Rücktrittsbremse, die hintere Nabe hat einen einfachen Freilauf.
Der Lenker und Teil des Bremsgestänges - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Im Detail: links im Bild der Ausgang der vorderen Bremse, rechts zu sehen ist das Gestänge der hinteren Bremse. Schön sind auch die fein ausgearbeiteten Details wie das geriffelte Zwischenstück beim vorderen (linken) Gestänge.
Im Detail - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Links im Bild der Bügel der vorderen Bremse, rechts zu sehen ist die erste Umlenkung der hinteren Bremse. Bemerkenswert auch die aufwendige Ausarbeitung des unteren Konus vom Lenkkopflager (geriffelt). Ich würde sagen typisch 30er Jahre...
Die Umlenkung - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Hier zu sehen ist die zweite Umlenkung des Gestänges der hinteren Bremse unter dem Tretlager. Auch zu sehen ist die Befestigung der Kurbeln mittels Keilen.
Die 2. Umlenkung - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Von unten betrachtet: der Bügel der hinteren Bremse (neu), diese Teile findet man noch leicht in Italien zu kaufen.
Der Bremsbügel - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Die Bremsklötze sind an der Vorderradgabel (hinten an den Streben) mittels beweglichen Halterungen fixiert. Natürlich braucht man entsprechende Felgen. Unpraktisch: die Bremsklötze müssen demontiert werden wenn man den Reifen ausbauen will.
Die Bremsklötze   - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Karbidlampenhalterung mit eingearbeitetem "Logo". Anhand von diesem kann man auf die Fahrradmarke schliessen (zB.: G - Ganna, B - Bianchi, D Umberto Dei usw.). Wieso ist in Österreich niemand auf diese Idee gekommen?
Ein G: einziger Hinweis auf die Marke... - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Das einzige am gesamten Fahrrad zu findende Kennzeichen ist die am untern Lenkkopfrohr eingestanzte Rahmennummer: 046374.
Die Rahmennummer - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Noch ein Detail: durch die Karbidlampenhalterung geführtes Gestänge der vorderen Bremse.
Feine Details - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Auch die Befestigungsschraube der Sattelstütze vorne angebracht ist eher selten...
Noch eine Besonderheit - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Der Felgenhersteller ist eingestanzt: Falck Milano mit genauer Größenangabe. Noch mit gerissener Speiche fotografiert. Falck in Mailand gibt es schon seit Ewigkeiten nicht mehr...
Falck Milano - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Ein paar Einzelteile nach gründlicher Reinigung: Kettenspanner, Teile des Gestänges und anderes.
Immer alles zerlegen - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Auch die montierten PIRELLI Reifen deuten auf die italienische Herkunft des Rades hin. Diese waren leider nicht mehr zu verwenden. Das Felgenband aus Wolle habe ich natürlich weiterverwendet (nicht am Bild).
Pirelli Mod. Stella - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren
Ein letztes Foto noch von vor der Restaurierung: schön zu sehen sind die Griffe aus Bakelit (zwei verschiedene), die "Rennpedale" und der traurige Zustand des Fahrrads beim Kauf.
Bakelitgriffe - Mal was anderes: Italienisches "Waffenrad" aus den 30er Jahren